Die ub.mdw empfiehlt

In ihrem Empfehlungsdienst "Librarian's Choice" wirft die ub.mdw monatlich Schlaglichter auf Besonderheiten aus ihrem Bestand.
 

LC # 46 | November 2018

Musikalische Kupferstiche um 1600


Um 1600 wurde von Simone Verovio in Rom zum ersten Mal eine größere Zahl an Musikdrucken mit gravierten Kupferplatten produziert statt wie üblich mit Typendruck gedruckt. Die Verwendung des Tiefdrucks ermöglichte nicht nur ein Drucken "on demand", sondern erlaubte auch eine bessere Reproduktion von Notationformen wie insb. Tabulaturen, die in der Hochdruck-Technik nur sehr schwer abzubilden sind, sowie die Kombination von verschiedenen Arten von Notationen auf einer Seite: sowohl Stimmen in mensuraler Notation mit Intavolierungen für Cembalo und Laute in Chorbuch-Anordnung als auch Stimmen in Partitur mit Intavolierungen.

Im jüngst erschienenen Buch Simone Verovio: Prints, intabulations and basso continuo in Rome around 1600 wird gezeigt, dass die Unterschiede zwischen Hoch- und Tiefdruck-Techniken nicht nur neues Licht auf die Produktion von Musikausgaben rund um 1600 werfen, sondern auch für grundlegenden Fragen der historischen Aufführungspraxis nutzbar gemacht werden können. Die Drucke von Werken von Luzzaschi (1601), Merulo (1598, 1604) und Durante (1608) sowie mehrere Ausgaben von 3- und 4-stimmige Canzonetten fanden Nachfolge in Opera für Tasten- und Zupfinstrumente von Foscarini, Frescobaldi und Kapsberger.
Von den beiden Toccaten-Büchern von Frescobaldi besitzt die Bibliothek Originalexemplare.

 

LC # Konzert & Lecture

27. November 2018, 18.00 Uhr, Lesesaal der ub.mdw

Maria Cristina Kiehr, Sopran
Sven Schwannberger, Tenor und Laute,
Grantley McDonald, Bass
Augusta Campagne, Cembalo

Zur Aufführung gelangen Werke unter anderen von F. Anerio, G.P. Palestrina, L. Luzzaschi und O. Durante

Einführungen.
Markus Grassl, Anne Marie Dragosits und Augusta Campagne

 

Text:
Augusta Campagne

Librarian's Choice Archiv

2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012