Die ub.mdw empfiehlt

In ihrem Empfehlungsdienst "Librarian's Choice" wirft die ub.mdw monatlich Schlaglichter auf Besonderheiten aus ihrem Bestand.
 

LC # 54 | November 2019

Clara Schumann zum 200. Geburtstag

"Sie spielt nicht nur gut, sie spielt auch nur Gutes", so Eduard Hanslick in seiner Kritikensammlung Aus dem Concertsaal über Clara Schumann***. Im Gegensatz zu den "oktavendonnernden", selbstkomponierenden Klaviervirtuosen, hatte sie sich schon früh auf eine als versachlicht wahrgenommene Interpretation eines erlesenen Kanons an Meisterwerken etwa von Bach, Beethoven, Chopin, Brahms und natürlich Robert Schumann festgelegt.

Freilich, dieses Attribut einer "streng nachschaffenden" Künstlerin entsprach auch dem zu ihren Lebzeiten  und darüber hinaus geltenden Geschlechterverständis. War die Rolle des Lebemannes und Frauenhelden etwa für Liszt durchaus förderlich, so hätte wohl Clara Schumann mit einem ähnlichen Verhalten keine Chance gehabt. Keuschheit, Zucht und Strenge, sowohl im privaten wie auch im künstlerischen Leben, waren da für eine Frau oft die einzigen Möglichkeiten, Raum in einer männerdominierten Branche für sich zu gewinnen.

So ist es auch zu verstehen, dass Clara Schumann als Komponistin*** weder zu Lebzeiten noch bis in die jüngere Vergangenheit herauf gebührend wahrgenommen wurde. Erst gegen Ende des 20. Jarhhunderts wurde ihr eigenes Schaffen wieder entdeckt. Die ub.mdw verzeichnet mehr als 40 Bände mit ihren Kompositionen, darüberhinaus den österreichweit größten Bestand an Literatur über Clara Schumann.

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(STM/ub.mdw)

Veranstaltungshinweis

Ein Fest für Clara Wieck Schumann
Veranstaltet von der Stabstelle Gleichstellung, Gender Studies und Diversität

12./13. November,
mdw, Clara-Schumann-Saal
1030, Anton-von-Webernplatz

 

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