Die ub.mdw empfiehlt

In ihrem Empfehlungsdienst "Librarian's Choice" wirft die ub.mdw monatlich Schlaglichter auf Besonderheiten aus ihrem Bestand.
 

LC # 40 | Jänner 2018

Schwarzmaler

Nordische Mythen, satanistische Riten, brennende Kirchen, bedenkliche politische Statements: bei vielen schwirren (immer noch) derlei (Vor-)Urteile in Kopf umher, wenn’s um Black Metal geht. Es ist auf jeden Fall eine popmusikalische Ausrichtung, die das Publikum spaltet, obwohl die Zeiten, in denen Black Metal ausschließlich runtergestimmte Gitarrenriffs und Röchel-/Schreigesang bedeutete, längst vorbei sind.

Abgrenzung zum Mainstream ist allerdings immer noch ein zentrales Anliegen der Protagonistinnen und Protagonisten, auch wenn das musikalische Vokabular inzwischen sogar Ambient (bei Wolves in The Throne Room etwa), Rock’n’Roll (Abbath) oder 80er-Electropop (Ulver) umfassen darf. Und auch textlich mischen sich gelegentlich antikapitalistische Polit-Manifeste unter die altbekannten Blut-und-Beuschl-lyrics. „Woodstock in Schwarzweiß!“ meinen Fans der ersten Stunde mitunter zur aktuellen, fast schon hippieesken Einstellung mancher Düstermänner und -frauen.

Black Metal weist heutzutage eine ziemliche Bandbreite auf, die über die Darstellungen im aufgrund seiner Kompromiss- und (absichtlichen?) Distanzlosigkeit umstrittenen Black Metal-Lesebuch Lords of Chaos des ebenso umstrittenen Neofolk -Musikers und Autors Michael Moynihan weit hinausgeht.

Die passende Literatur steht Ihnen in der ub.mdw zur Verfügung, auch wenn Sie gerade nicht schwarz gekleidet sein sollten.

Die aktuellste Neuerwerbung  zum Thema wird übrigens am 11. Jänner um 17 Uhr im Lesesaal der ub.mdw präsentiert.

 

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