Die ub.mdw empfiehlt

In ihrem Empfehlungsdienst "Librarian's Choice" wirft die ub.mdw monatlich Schlaglichter auf Besonderheiten aus ihrem Bestand.
 

Forschungen und Entdeckungen zum diskreten Herrn Gio: Gia:


Johann Jacob Froberger (1616–1667) fasziniert wie kaum eine andere Erscheinung in der Musik des 17. Jahrhunderts. Sein Weg als Komponist und Tasteninstrumentalist führte ihn quer durch Europa bzw. in alle wichtigen musikalischen Zentren seiner Zeit. In Wien war er als Organist am habsburgischen Kaiserhof tätig, in Rom studierte Froberger bei Girolamo Frescobaldi, aber auch in Paris, Brüssel und London machte er Station. Dieser kosmopolitische Zuschnitt seiner Lebensgeschichte spiegelt sich vielfach in seinem Schaffen wider, das grundlegend für die barocke Claviermusik war und bis weit in das 18. Jahrhundert rezipiert worden ist.

Von der Ausstrahlung Frobergers zeugen die insgesamt mehr als 80 Quellen bis in die Zeit um 1800, in die seine Stücke Eingang fanden. Darunter befinden sich u. a. Individualdrucke, die Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Mainz und in Amsterdam, dem damaligen Zentrum des Musikdrucks in Europa, herausgebracht wurden, Handschriften aus dem weiteren Umfeld J. S. Bachs (der Frobergers Musik besonders geschätzt haben soll), aber auch die Abschrift einer Fantasia Frobergers aus der Hand von W. A. Mozart.

LC # Buchpräsentation & Musik

Am 24. Oktober 2018 wird ab 18 Uhr im Lesesaal der Bibliothek die neueste Veröffentlichung zu Johann Jacob Froberger präsentiert: Andreas Vejvar / Markus Grassl (Hg.), „Avec discrétion“. Rethinking Froberger, Wien–Köln–Weimar 2018 (Wiener Veröffentlichungen zur Musikgeschichte 14).

Es sprechen Klaus Aringer (KUG), Markus Grassl und Andreas Vejvar (mdw).

Eugène Michelangeli (Clavichord) spielt Werke von Froberger.

 

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